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Prinzip der Schwammliegenschaft
Wasserwege abhängig vom Versiegelungsgrad
Gekoppeltes Kanalnetz/Oberflächenmodell, Vergleich Ausgangszustand und Schwammliegenschaft
Gekoppeltes Kanalnetz/Oberflächenmodell, Vergleich Ausgangszustand und Variante Retentionsmulden
Gekoppeltes Kanalnetz/Oberflächenmodell, Vergleich Ausgangszustand und Variante Retentionsdach/Blaudach

Schwammliegenschaft 

Zum Thema „Starkregeneinflüsse auf die bauliche Infrastruktur“ hat das IBBeck im Auftrag des BBSR (Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung) eine Broschüre erstellt, die sich mit den Möglichkeiten der Starkregenbindung auf der Liegenschaft befasst. Darin werden Maßnahmen vorgestellt und technisch, rechtlich und wirtschaftlich bewertet. Die Ergebnisse sind als Fazit auf verschiedenen Liegenschaften anwendbar zusammengefasst.
Um sich dem Thema Schwammliegenschaft zu nähern, müssen die Wasserbilanzen des Regenwassers auf einer Liegenschaft verdeutlicht werden. Dieses versickert, verdunstet oder fließt ab. In welchem Umfang welcher Prozess stattfindet, hängt maßgeblich von der Gestaltung der Liegenschaft ab. Während bei unversiegelten Flächen der größte Anteil verdunstet oder versickert, überwiegt bei versiegelten Flächen der oberflächliche Abfluss.
Ein hoher oberflächlicher Abfluss entspricht nicht der Strategie, Wasser auf der Liegenschaft zu binden. Um diese Ziel zu erreichen müsste die Wasserbilanz zum Ende des Niederschlagsereignisses näherungsweise bei Null liegen:

At=0 = N − V ± ΔS ~ 0

Mit:
A = Abfluss

t = Zeit nach Regenende
N = Niederschlag
V = Verdunstung
ΔS = Speicheränderung des Untergrundes

Um das Wasser auf der Liegenschaft zu halten, sind also zusätzliche Maßnahmen notwendig, die Abfluss verhindern oder speichern. Je nach Art der Speicherung und Retention können weitere positive Effekte anderer Umweltpotentiale genutzt werden.

Das Grundprinzip der Schwammliegenschaft ist es, Regenwasser auf der Liegenschaft zu halten und damit sowohl den oberflächlichen, als auch den Abfluss im Kanal zu vermeiden bzw. stark zu reduzieren. Hierzu kommen alle Maßnahmen in Frage, die Wasser zurückhalten können. Je nach Beschaffenheit der Liegenschaft (Flächenverfügbarkeit, Topografie, Bodenbeschaffenheit) sind diese unterschiedlich effektiv. In den Retentionsmaßnahmen werden hauptsächlich das Wasser der Dachentwässerung und das abfließende Wasser von versiegelten Flächen zurückgehalten:

  • Rückhaltung in Retentionsmulden
  • Rückhaltung in Speicherbecken
  • Rückhaltung auf dem Dach
  • Rückhaltung in der Fläche
  • Rückhaltung im Kanal (bei großen Liegenschaften)
  • Abflussvermeidung durch Versickerung
  • Abflussreduzierung durch Verdunstung/Entsiegelung

Um die Möglichkeiten einer Schwammliegenschaft und den Nutzen einzelner Maßnahmen greifbar zu machen, wurde für eine Beispielliegenschaft ein gekoppeltes Kanalnetz-/Oberflächenmodell aufgebaut. Hiermit lassen sich Aussagen zu Wasserständen, Kanalauslastungen und Wasserbilanzen treffen um den Nutzen einzelner Maßnahmen zu bestimmen und zu visualisieren. Dabei zeigt sich, dass Retentionsmulden bei ausreichender Flächenverfügbarkeit sehr effektiv Wasser wegleiten und Speichen können. Aber auch auf den Dächern lässt sich ein erheblicher Teil des Wassers zwischenspeichern. In der Kombination einzelner Maßnahmen zeigt sich, dass auf einer Schwammliegenschaft sehrwohl das Niederschlagswasser eines 100-jährlichen Niederschlagsereignisses schadlos zurückgehalten werden kann. Lediglich an ohnehin gefährdeten Bereichen, wäre weiterer Objektschutz notwendig.

In der Übertragung auf andere Liegenschaften zeichnet sich folgender Trend ab:

  • Retention im Boden vor allem bei guten Bodenverhältnissen mit hoher Versickerungskapazität
  • Retention in der Fläche vor allem bei flachem Gelände
  • Technische Maßnahmen und Verwendung von Dächern sind immer möglich, aber deutlich kostenintensiver.

Für weitergehende Informationen ist die ausführliche Broschüre zum Thema auf der BBSR Seite als Download zu finden. 

Hier geht es zur BBSR Seite http://www.bbsr.bund.de/BBSR/ .

Eine Zusammenfassung als Beck Info 34: Starkregeneinflüsse auf die bauliche Infrastruktur, können Sie hier runterladen.
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