Vergleich DWA - M153 und BWK - M3Mit beiden Merkblättern kann immissionsbezogen die hydraulische und stoffliche Gewässerbelastbarkeit erfasst werden. Ein Vergleich ist schwierig, da den Merkblättern unterschiedliche Nachweisverfahren zugrunde liegen. Das
BWK - M3 ist das empfindlichere Instrument zur Bestimmung der immissionsbezogenen Gewässeranforderungen, da die Grundlagendaten für jedes Gewässer individuell erfasst werden müssen. Auch wird das kanalisierte Einzugsgebiet beim
BWK - M3 genauer erfasst und eine Ortsbesichtigung ist für eine fundierte Nachweisführung unumgänglich. Die Nachweisführung ist jedoch nur für oberirdische Fließgewässer möglich. Das DWA - M153 unterscheidet hingegen die Gewässer nur nach Typen. Entsprechend gröber ist dieses Prüfverfahren. Allerdings können mit diesem Merkblatt auch die immissionsbezogenen Anforderungen des Grundwassers, von gestauten Gewässern, Küstenregionen und Gewässern mit besonderen Schutzbedürfnissen ermittelt werden. Mit dem DWA - M153 können nur Niederschlagswassereinleitungen und mit dem
BWK - M3 Niederschlags- und Mischwassereinleitungen beurteilt werden. Ein Vergleich der hydraulischen Nachweisverfahren zeigt, dass sich in wenig versiegelten Gebieten mit dem DWA - M153 und in stärker versiegelten Gebieten mit dem
BWK - M3 größere Einleitungsmengen errechnen. Ein Vergleich der stofflichen Nachweisverfahren ist nicht möglich. Bei ausschließlichen Niederschlagswassereinleitungen errechnen sich in der Regel mit dem stofflichen Nachweis nach
BWK - M3 keine kritischen Konzentrationen, da bei diesem Nachweisverfahren die Abwasserparameter zugrunde gelegt werden, welche im Niederschlagswasserabfluss nur von untergeordneter Bedeutung sind. Die Frage nach einer Niederschlagswassereinleitung kann hier nur mit dem DWA - M153 geklärt werden. Das Zusammenspiel von mehreren Misch- und Niederschlagswassereinleitungen kann hingegen nur mit dem stofflichen Nachweis nach
BWK - M3 abgebildet werden.